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Angst vor Fehlern?

Selbstoptimierung, Persönlichkeitsentwicklung und mentales Wachstum sind in aller Munde. Überall geht es um Veränderung und Verbesserung. Bleibt da überhaupt noch Raum für Fehler?



Insbesondere zum Jahresende wird nochmal reflektiert und Resümee gezogen. Wie ist das Jahr gelaufen? Was habe ich geschafft und erreicht? Oftmals fällt das Ergebnis ernüchtern aus, was sodann dazu führt, dass wieder neue Vorsätze, Veränderungsstrategien, und Optimierungspläne für Anfang Jänner herausgearbeitet werden. Der Kreislauf nimmt seinen Lauf.


Am 31.12.2023 ist mein Interview mit Christine Mayrhofer zum Thema Neujahrsvorsätze, Fehler machen und zwanghafte Perfektion in der Presse erschienen.

"Dabei gehören Fehler nicht nur zum Leben dazu, sie erfüllen auch eine wichtige Funktion"

Fehler in der Psychotherapie

Aus psychotherapeutischer Sicht ist es natürlich wichtig und gut an sich zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Kaum jemand würde ohne Veränderungs- oder Verbesserungswunsch zur Psychotherapie kommen. Die Psychotherapie zielt in dieser Sache darauf ab Menschen zu unterstützen, wenn es um Schwierigkeiten, Probleme, Belastungen und Leidensdruck geht.

 

Als Psychotherapeutin beobachte ich jedoch häufig, dass viele Menschen große Angst davor haben Fehler zu machen. Mit der Zeit haben sich aus verschiedensten Gründen sehr hohe Selbstansprüche und Erwartungen gebildet, die diese Angst noch verstärken. Das Resultat der Angst ist aber keine Weiterentwicklung, sondern ein Vermeiden und Verharren in einer starren Situation, in der es nicht voran geht.

"Die Angst vor Fehlern hemmt: Denn es braucht eine Portion Mut, wiederholtes Ausprobieren und eine offene Fehlerkultur sich selbst gegenüber, um in seiner persönlichen Entwicklung voranzukommen."

 

Wenig hilfreich ist es, wenn die „Selbstoptimierung“ ein Übermaß annimmt. Gefangen in einer ständig kritischen Selbstwahrnehmung eifert man so fortlaufend einem noch höheren Ziel hinterher, kommt aber nie an. Das Ergebnis dessen ist eine latent andauernde Unzufriedenheit sowie der Verlust der Wertschätzung  für das Hier- und Jetzt.


Es braucht Fehler, um sich zu verbessern."

Es ist eine Münze mit zwei Seiten: Man braucht Fehler, um sich zu verbessern, daher existiert keine Selbstoptimierung ohne Fehler. Fehler zu machen, sollte daher nicht verteufelt werden, sondern als wertvolle Grundlage gesehen werden sich in gewissen Bereichen neu zu orientieren.


Mehr zum Thema:

Anbei befindet sich der Artikel aus der Sonntagspresse vom 31.12. Christine Mayrhofer schreibt unter anderem über die Rolle von Social Media in Bezug auf übermäßige Selbstoptimierung und Fehlerlosigkeit:


"Wer noch auf der Suche nach einem Neujahrsvorsatz ist, sollte Social Media meiden: Zwischen all der Perfektion ist für Fehler kein Platz. Dabei braucht echte Weiterentwicklung das Scheitern."


dp.dp_die_presse.31_12_2023
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